gesundes Haar – die richtige Pflege

Meine Haare sind für mich sehr wichtig. Ich bin auch schon öfter gefragt worden, was ich mache, um langes und gesundes Haar zu haben.

Eigentlich ist das ganz einfach! Heute gibt es für euch eine kleine Zusammenfassung.

Aber als erstes.. wie bin ich zu meiner jetzigen Haarroutine gekommen?
Flashback zu vor 6 Jahren. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir rund 10 Jahre lang (ich hab früh angefangen ^^) die Haare gefärbt und mir nie viel Gedanken über Haarpflege gemacht. Ich hatte langes, dickes Haar mit Locken, das sich anfühlte wie Stroh. 2-3 Mal die Woche, also ungefähr bei jeder Haarwäsche, machte ich eine Haarkur, die immer nur kurzzeitig eine Verbesserung brachte. Das Ganze hatte sich zu dem Zeitpunkt schon mehrere Jahre hingezogen. Dann hatte ich genug, und Zeit mich durch die entstehende Beautyszene im Netz zu googlen. Ich fand die Curly Girl Methode, und das Langhaarnetzwerk. Und ich beschäftigte mich das erste Mal mit Silikonen, insgesamt den Inhaltsstoffen von Kosmetika, und Wirkstoffen.

Ich änderte meine Haarpflege komplett, und bin meiner neuen Methode bis heute treu geblieben.

Hier ist die Kurzfassung:

Ein kaputtes Haar kann nicht repariert werden. Nein, kann es nicht, sorry. Damit musst du jetzt leben. Was kaputt ist, ist kaputt.

Ergo: man muss versuchen, seine Haare nicht kaputt zu machen. Dazu fragt man sich, was macht denn Haare eigentlich kaputt? Und was braucht ein Haar eigentlich um schön zu sein?

Die Antwort auf die letztere Frage ist einfach: Haare brauchen Feuchtigkeit, und zwar unterschiedlich viel. Das kommt auf die Haarbeschaffenheit an. Lockiges Haar braucht mehr Feuchtigkeit als glattes, dickes mehr als dünnes.

Was macht Haare kaputt?
Ziemlich viel, und zwar: Heißes Föhnen, Metallteile, scharfe Kanten oder Nähte (zB. an Bürsten), Reibung (an Metallteilen oder Kleidung), agressive Chemikalien.

Was ist eigentlich passiert, dass meine Haare so kaputt gegangen sind?
In den meisten Haarprodukten sind Silikone enthalten. Das ist das, was das Haar so „geschmeidig“ macht, und der Stoff, um den es geht, wenn die Werbung von „reparieren“ und „glänzend“ spricht. Silikone legen sich um das Haar, und lassen irgendwann wenig bis keine Wirkstoffe mehr durch. Und damit eben auch keine Feuchtigkeit. Dafür sieht das Haar glatt und geschmeidig aus. Das Haar wurde immer trockener, rieb an Kleidung etc. und war am Ende hinüber, sah aber dank der Silikone noch ok aus. Für eine Weile.

Hintergrundinformationen: Silikone

Und jetzt? Wie bekommt man gesundes Haar hin?

  1. Das kaputte Haar muss ab. Früher oder später kommst du da nicht drum rum.. das ist halt einfach hinüber. Mach kurzen Prozess.
  2. Prüfe alle Haarprodukte, die sich in deinem Besitz befinden, und sortiere alles mit Silikonen aus. Das brauchst du nicht mehr. (Silikone erkennst du an Endungen mit -one oder -ane, zB. Dimethicone. Außerdem steht auf vielen silikonfreien Produkten extra drauf dass sie ohne Silikone sind.)
  3. Prüfe deine Bürsten und Kämme. Sie dürfen keine Nähte an den Zinken oder Borsten haben. Viele Bürsten haben das tatsächlich. Diese reiben an deinen Haaren, und können sie beschädigen. Genauso Haargummis mit Metallteilen. Sortiere sie aus.
  4. Besorge dir eins oder mehrere Öle, um zu testen welches für deine Haare gut funktioniert. Bekannt sind Klettenwurzelöl, Kokosöl, oder Arganöl. Letzteres ist mit Abstand am teuersten. Klettenwurzelöl gibt es für unter 2€ bei DM. Wichtig: Bioqualität (wenn möglich), und wenn es geht, nicht aus der Haarabteilung, denn da ist alles viel teurer. 🙂
  5. Besorge dir ggf. ein silikonfreies Shampoo und ggf. eine silikonfreie Haarkur, und ggf. eine Bürste ohne Nähte, und weiche Haargummis. Hilfreich ist ganz am Anfang auch ein stärker reinigendes Shampoo. Von Balea gibt es immer mal wieder neu aufgelegt eine „clean“ Reihe, die extra dafür gemacht ist, starke Stylingprodukte (=Silikonbomben) auszuspülen (derzeit heißt es „Tiefenreinigungsshampoo„).

Das sind meine Utensilien (schon seit 6 Jahren):
 photo Haarpflege_zpstslsx4lq.jpg
Wie pflegt man denn nun seine Haare?
Wenn du von silikonhaltiger Pflege kommst, empfehle ich für ca. 1-2 Wochen ein stärker reinigendes Shampoo verwenden. Zu lange solltest du das nicht machen, da es die Haare auch angreift.

Ansonsten geht es folgendermaßen:

  1. Haare ordentlich befeuchten
  2. haselnussgroße Menge Shampoo ins Haar massieren, ausspülen
  3. haselnussgroße Menge Shampoo ins Haar massieren, ausspülen (ja, 2mal)
  4. bei langen/ dicken/ widerspenstigen Haaren: jetzt Haarkur in die Längen geben, sanft mit einer nachgiebigen Bürste ohne Nähte kämmen (ja, nasse Haare! Aber mit ordentlich Haarkur, da reißt nix)
  5. mindestens 3 Minuten lang ausspülen (verhindert Kopfhautproblemchen, zB. Schuppen)
  6. optional: ein leichtes Öl als leave-in in die Haarspitzen geben. 

Fertig!

Falls du irgendein Shampoo mit Wirkstoffen verwenden möchtest, kommt das übrigens bei Punkt 3 ins Spiel. Bei Punkt 2 wird nur gereinigt, Wirkstoffe werden nicht aufgenommen. Falls du bei Punkt 3 ein Shampoo mit Wirkstoffen verwendest, spüle nicht aus, sondern lasse es ein paar Minuten einwirken (sonst nutzt es ja nichts). Viele Menschen machen das falsch. Antischuppenshampoo usw. lasse ich immer 2-3 Minuten einwirken, während ich meine Haare kämme. Nur so können die Wirkstoffe auch wirken.

Wann kommt denn jetzt das Öl ins Spiel? Das gibt man je nach Haarbeschaffenheit ca. einmal die Woche (oder alle zwei Wochen, oder wie auch immer) ins Haar (bei Kokosöl verwende ich immer ca. einen Teelöffel voll für überschulterlanges Haar) und lässt es möglichst lange einwirken, mindestens jedoch eine Stunde. Ich gebe es meist alle 2-3 Wochen Freitag abends ins Haar, schlafe damit (es färbt nicht ab), mache dann morgens Sport und räume auf, und springe am Ende unter die Dusche.

Ansonsten musst du nur aufpassen, deine Spitzen nicht zu beschädigen. Das passiert gerne bei schulterlangem Haar, da es genau mit den Spitzen auf den Schultern aufliegt. (Blöde Länge.. ^^) Also: idealerweise etwas längere oder kürzere Haare haben, weiche Haargummis verwenden, nachts die Haare zusammennehmen (sonst Reibung auf dem Kissen), Satinbettwäsche soll auch helfen. Keine Riemen von der Handtasche über die Haare legen. Das war’s!

Aber.. mein Friseur sagt, um langes und gesundes Haar zu bekommen, muss ich alle drei Monate zum Spitzenschneiden! – Ja klar sagt das dein Friseur. Von irgendwas müssen die ja auch leben, und er hat recht in der Hinsicht, dass ab muss was kaputt ist. Daher solltest du ja auch versuchen, die Spitzen eben nicht kaputt gehen zu lassen. Ich gehe im Normalfall alle anderthalb bis zwei Jahre zum Friseur, und normalerweise höre ich immer nur „wow, wie kriegst du es hin, dass die so gesund sind??“. Es ist auch überraschend, wieviele Friseure nichts über Inhaltsstoffe der von ihnen angepriesenen Produkte wissen. Kennst du übrigens dieses Gefühl, wenn dein Friseur dir nach einer Coloration eine Haarkur in die Haare gibt, und es sich supertoll anfühlt..? Jap, Silikone. Eine ganze Bombe davon.

Noch etwas. Wenn du entscheidest, deine Haarpflege umzustellen, waschen sich (hoffentlich) nach und nach die Silikonreste aus deinen Haaren. Dabei kommen gegebenenfalls verdeckte Schäden zutage… tröste dich damit, dass du nicht mehr die gleichen Fehler machen wirst.

Achja, diese Art der Pflege ist dafür auch noch viel günstiger als John Frieda, Syoss und Co!